Einweisung für Windenführer

Tobias Grundmann

Video: DHV auf YouTube

Flugbetriebsordnung

WF-Bestimmungen

Einweisung

FBO III 1. (dhv.de) - FBO Anhang WF-Bestimmungen (dhv.de)

  • Windenführer muss eingewiesen sein
  • 60 Schlepps
  • Für zusätzliche HG/GS-Berechtigung 30 Schlepps
  • Für Tandem-Berechtigung 5 Schlepps
  • Theoretische und praktische Prüfung
  • Stufenschlepp: 150 Schlepps nachgewiesen, 20 Schlepps mit min. 2 Stufen

Scheinerteilung

  • Dokumentation im Einweisungsnachweis
  • schriftliche theoretische Prüfung (multiple choice)
  • praktische Prüfung
    • selbständige Inbetriebnahme der Winde
    • drei Prüfungsschlepps
  • EWF schickt Einweisungsnachweis an DHV

Gültigkeit

  • Windenführerausweis ist unbefristet
  • Wenn in den letzten 24 Monaten keine Schlepps durchgeführt wurden, 5 Schlepps unter Anleitung
  • Für HG Nachweis von 5 Schlepps in 2 Jahren erforderlich (Kladde)

Bedienung der Schleppwinde

FBO III 1. - FBO Anhang WF-Bestimmungen

  • von einem eingewiesenen Windenführer
  • von einem einzuweisenden Windenführer in Anwesenheit eines EWF/Fluglehrers
  • Windenführerausweis ist mitzuführen
  • Für fremde Windenmodelle ist eine Einweisung erforderlich

Sprech- und Sichtverbindung

FBO III 2.

  • Zwischen Startstelle und Windenführer
    • sichere Sprechverbindung
    • Sichtverbindung
  • Zwischen Windenführer und Pilot
    • sichere Sprechverbindung bei Schlepphöhen > 450m AGL
    • bei Stufenschlepp

Mehrere Startstellen

FBO III 3.

  • Eindeutige Verständigung insb. über Startreihenfolge
  • Parallele Startvorgänge zu gleicher Zeit sind verboten
  • Ausnahmen bedürfen der Erlaubnis der Zulassungsstelle

Startleiter

FBO III 4.

  • Schleppstarts nur mit Startleiter
  • Pilot darf Startleiter sein, wenn sichere Sprechverbindung besteht

Betrieb

FBO III 5.

  • Hängegleiter nur mit Steuerbügelrädern
  • Die in Betrieb befindliche Schleppwinde ist durch eine gelbe Rundumleuchte zu kennzeichnen

Betriebssicherheit

FBO III 6.

  • Windenführer gewährleistet Betriebssicherheit
  • Seilauslegung: geradlinig, hindernisfrei und ohne Schlaufenbildung und Seilüberlagen
  • Sollbruchstellen prüfen

Schleppvorgang

FBO III 7.

  • Größtmögliche Steigfluglage darf nur allmählich eingenommen werden
  • Vom Hersteller des Fluggerätes angegebene Schleppgeschwindigkeit ist einzuhalten (?!)
  • Berührung des Schleppseils mit Hindernissen muss ausgeschlossen sein
  • Schleppwinde darf nicht überflogen werden

Annäherung anderer Luftfahrzeuge

FBO III 8.

  • Pilot muss ausklinken
  • Windenführer, Startleiter und Pilot müssen sich gegenseitig Annäherung melden
  • Meldung an den Piloten ggf. durch Wegnahme der Seilzugkraft (wenn keine Sprechverbindung)

Gefahrensituation

FBO III 9.

  • Windenführer muss Schleppvorgang abbrechen
  • Im Notfall Schleppseil kappen

Stufenschlepp

FBO III 11.

  • Gerät und Gelände müssen zugelassen sein
  • Windenführer muss in Stufenschlepp eingewiesen sein
  • Sichere Sprechverbindung zwischen WF und Pilot

Startkommandos

FBO III 12.

Pilot/Startleiter Winde
Pilot, Gerät, Startgewicht und Betriebsseil anmelden Winde wiederholt - insbesondere Gerät und Gewicht
"Pilot und Gerät startklar" "Winde startklar"
"Pilot eingehängt" "Pilot eingehängt"
"Seil anziehen" zieht Seil an
"Seil straff" "Seil straff"
"Fertig"(nur GS!) erhöht Seilzug - noch kein Start
"Start" Startdurchführung
Im Notfall "Halt Stopp, Halt Stopp" bricht ab "Halt Stopp"

Startkommandos

Rückwärtsstart

FBO III 12. "für das Rückwärtsaufziehen sind gegebenenfalls ergänzende Kommandos mit allen Beteiligten vor dem Schleppstart festzulegen."

Pilot/Startleiter Winde
Wie bei Vorwärtsstart ...
"Seil straff und auskuppeln" "Seil straff, ausgekuppelt"
Pilot zieht auf. Mehrere Versuche sind erlaubt. Ausdrehen.
"Fertig" Einkuppeln, Seilzug erhöhen
"Start" Startdurchführung

Startkommandos nach Startabbruch

Startleiter Winde
"Wir machen weiter mit 'Fertig'" Versteht 'Fertig' und zieht an

Reale Situation

Rückwärtsstart. Pilot war gerade am Handeln. Pilot startet eingetwistet. Steuerung unmöglich. Drift zur Seite. Lockout-Gefahr. Landung rückwärts in Drehbewegung. Gerade nochmal gutgegangen.

Lasst euch als WF nicht auf verkürzte Kommandos ein!

Die Ansage: "Wir machen weiter mit dem selben Piloten am selben Seil", statt nochmaliger Anmeldung ist aber eindeutig und ok.

Pilotenzeichen

FBO III 13.

Grätschen der Beine (anhaltend) langsamer
Radfahrbewegung (mehrmals) schneller
Grätschen der Beine (mehrmals) Gas weg zum Ausklinken

Technik

Technik, Musterzulassung, Bauvorschriften, Nachprüfung

Musterzulassung

LuftVZO §1 (1), (4)

  • "Luftfahrtgeräte, die der Musterzulassung bedürfen, sind: […] Luftsportgeräte einschließlich Rettungs- und Schleppgeräte"
  • "1. Von der Musterzulassung befreit sind: 1. […]Luftsportgeräte mit einer höchstzulässigen Leermasse von 120 Kilogramm einschließlich Gurtzeug und Rettungsgerät; für diese Luftfahrzeuge hat der Hersteller die Erfüllung der Lufttüchtigkeitsforderungen […] nachzuweisen
  • "Nummer 1 gilt ohne Gewichtsbeschränkung auch für das zugehörige Schleppgerät."

LuftBO §3 (3)

  • "Luftfahrtgeräte nach § 1 Abs. 4 der LuftVZO dürfen nur betrieben werden, wenn die Lufttüchtigkeit […] nachgewiesen worden ist."

Keine Musterzulassung aber eine Musterprüfung

Nachprüfung

  • Halter ist verantwortlich
  • Alle 24 Monate
  • Prüfung durch Hersteller oder anerkannten Prüfer (DHV)
  • Dokumentation durch Nachprüfschein und Plakette

Windentypen/Schleppsysteme

  1. Stationäre Schleppwinden
  2. Mobile Abrollwinden
  3. Längenfeste Schleppsysteme

Stationäre Schleppwinde

  • Ortsfest
  • Zieht Seil mit einstellbarer Zugkraft ein
  • Max. Ausklinkhöhe ¼ bis ⅓ der Schleppseillänge (Windstille)
  • Ab ca. 70° Seilwinkel kein Höhengewinn mehr

Mobile Abrollwinde

  • Schlepp mit bewegtem Fahrzeug
  • Gibt Seil mit kontrolliert gebremster Zugkraft aus
  • Moderne Systeme können Seil bei Rückfahrt zum Start einziehen

Mobile Abrollwinde

Foto: Parawinch

Längenfeste Schleppsysteme

  • Schlepp mit bewegtem Fahrzeug
  • Zugkraftregelung über Fahrzeugbeeinflussung
  • Schnelltrennmechanismus bei Überschreiten der Zugkraft übernimmt auch Kappfunktion

Stationäre Schleppwinde

Antrieb einer stationären Schleppwinde

Elektrowinden

  • Stationär oder als Abrollwinde
  • Direktantrieb ohne Getriebe etc. möglich
  • Sehr schnelle und feine Regelung möglich
  • Betrieb per Akku oder mit Generatoren
  • Noch nicht sehr weit verbreitet

Zugkrafteinstellung

  • Zugkraftvorwahl von 600N - 1000N in 100N Schritten
  • Tandem bis zu 1300N (Sperre lösen)

Wandler

  • Modifizierter (hydrodynamischer) Drehmomentwandler
  • Öl erwärmt sich und ändert Viskosität
  • Winde warm laufen lassen

Getriebe und Differenzial

  • Bei Doppeltrommelwinde einseitig blockiert
  • Automatikgetriebe ggf. mit Gangwahl
  • Gangwahl: Schleppen/Einziehen/Leerlauf
  • Moderne Winden ggf. auch ohne Differential

Seiltrommel

  • 20N min, 50N max ungebremste Rückhaltekraft
  • Minimalwert 20N verhindert Seilüberwürfe durch Nachdrehen
  • Lepo trotzdem langsam ausrollen lassen

Betriebsbremse

  • Blockiert bei Doppeltrommelwinden je eine Trommel
  • Bei Abrollwinden ggf. für Zugkraftregelung
  • Dann max 100N über eingestellter Zugkraft

Automatische Seilbremse

  • Verhindert Seilsalat beim Stufenschlepp
  • Max 50N

Aufspulvorrichtung

  • Legt Schleppseil gleichmäßig auf Trommel
  • Verhindert Seilberge
  • Einstellbar gem. Handbuch

Kappvorrichtung

  • Muss mit Fahrhebel auszulösen sein
  • Darf in Seilführung nicht umgangen werden können
  • Muss Spleiss-/Reparaturstellen durchtrennen können
  • Vor Inbetriebnahme auf Funktion prüfen

Seilführungssystem

  • Muss Schleppseilwinkel von 90° ermöglichen
  • Azimutsystem 360° drehbar
  • Abrollwinde: meist schwenkbarer Arm

Erdung

  • Leitet statische Aufladungen ins Erdreich
  • Stationäre Winden müssen geerdet werden
  • Auch für Kunststoffseile nötig

Vorseil

Vorseil

  • Alle Einzelkomponenten bilden gemeinsam das Vorseil
  • Gängiger Sprachgebrauch: Vorseil = Abstandsseil
  • 3-fache Festigkeit der höchstzulässigen Zugkraft (3000N)
  • Bestandteil der Musterzulassung
  • Keine Metallglieder zur Klinkenverbindung bei HG
  • HG zwei Seileinhängeschlaufen
  • GS eine Seileinhängeschlaufe (Gütesiegelklinke)

Reffseil

  • 6-8m gerefftes Schlauchband in dem sich ein Gummiband befindet
  • Gummiband verkürzt Reffseil auf ca. die Hälfte
  • Aufgabe: Seil nach Klinken vom Piloten wegziehen
  • Bei Kunststoffschleppseilen oder Abrollwinden nicht erforderlich

Seilfallschirm

  • Normalerweise Kreuzschirm, um Drall zu verhindern
  • Auf Winde abgestimmt und Bestandteil der Zulassung
  • Darf sich beim Wegfliegen mit eingehängtem Vorseil nicht öffnen

Sollbruchstelle

Sollbruchstelle

FBO III 5.

  • Bruchlast 200daN (stationäre Schleppwinde, Nylonseil)
  • Bruchlast 150daN (mobile Winden, Winden mit Stahlseil, längenfeste Schleppsysteme)
  • Schäkel mit passendem Durchmesser verwenden (6mm, ohne Spiel)
  • Wechseln nach Herstellerangabe (typisch 200 Schlepps)
  • DHV geprüft. Bestandteil der Musterzulassung

Abstandsseil/Gabelseil

  • 8-10m Abstandsseil / langes Gabelseil
  • GS: nur Abstandsseil nötig
  • HG: oberes Gabelseil ca. 1m kürzer
  • oberes Gabelseil nimmt Zugkraft bis zum Umklinken auf
  • Seile können in Kunststoffschlauch eingezogen werden, um Zurückschnellen des Vorseils zu verhindern (bei Sollbruchstellenbruch)

Schleppseil

  • meist Kunststoffseile aus Dyneema, Spectra o. ä.
  • Mindestbruchlast 3000N, Tandem 4000N
  • Bei mobilen Winden Seile unterschiedlicher Elastizität
  • Verschleiß hängt von Untergrund ab
  • Bei falscher Einstellung der Aufspulvorrichtung kann Seil an Wange der Seiltrommel schleifen: Erhöhter Verschleiß
  • Kunststoffseile: leicht zu spleißende Hohlseile
  • Schleppseil nicht fest mit Seiltrommel verbinden

Schleppseil

Massen per 1000m

Stahlseil ⌀ 1,8mm13 kg
Dyneema ⌀ 2,5mm3,8 kg
Spectra ⌀ 3mm4,1 kg

Spleißen

Spleißen

Schleppseile nie knoten! Die Festigkeit wird drastisch reduziert. Je nach Knoten bis über 50%.

Bei Gleitschirmleinen wird sogar von nur 10% Festigkeit ausgegangen

Artikel auf Lu-Glidz

Aufbau und Inbetriebnahme

Windenaufbau und Überprüfung: Vor der Aufstellung

  • Sprit (Sorte beachten)
  • Kühlwasser
  • Öl
  • Nicht im Gelände auffüllen

Windenaufbau und Überprüfung: Aufstellungsort

  • WF-Bestimmungen 2.3 1. : Startleiter bestimmt Aufstellungsort
  • Das ist praxisfremd, widersprüchlich und nicht sinnvoll
    • Windenfahrer sind häufig die erfahrensten Piloten am Platz
    • Windenfahrer haben eine extra Ausbildung
    • Zum Zeitpunkt des Aufbaus ist der Startleiter noch nicht bestimmt
    • Windenfahrer muss Betriebssicherheit gewährleisten (FBO III 6.)

Altes Lager Ost/West

  • Ostwind: Winde auf Höhe Halbbahnmarkierung
  • Westwind: Winde ca. auf Höhe Shelter

Windenaufbau und Überprüfung: Seilfallschirme

  • Durchgeschlaufte Leinen korrigieren
  • Dazu ggf. Schäkel öffnen

Windenaufbau und Überprüfung: Sollbruchstelle

  • Keine Beschädigung
  • Keine Dehnung
  • Bolzenlöcher nicht ausgeschlagen
  • Ausgewechselte Sollbruchstellen zerbrechen

Windenaufbau und Überprüfung: Sollbruchstelle

  • Käfig ist am Seilfallschirm befestigt

Verbindung zur Schleppklinke

  • GS: Metallring (kein Schäkel)
  • HG: Schlaufe (Textil)

Windenaufbau und Überprüfung: Standsicherung

  • Hängerstützen ablassen
  • und feststellen

Windenaufbau und Überprüfung: Erdung

  • Integriert in Stütze
  • Oder separater Erdungsspieß mit Kabel (Stolpergefahr minimieren)

Windenaufbau und Überprüfung: Wegrollsicherung

  • Vorlegeklötze (Bremskeile)
  • Handbremse im Zugfahrzeug
  • Ggf. Stützradbremse

Windenaufbau und Überprüfung: Seilführung

  • Durch Lenkrollen (Spulsystem)
  • Durch Kappvorrichtung
  • Durch Azimutsystem

Windenaufbau und Überprüfung: Seilführung

Windenaufbau und Überprüfung: Seilführung

  • Vorsicht mit Fingern und Kappvorrichtung!
  • Einfädelhilfe benutzen!

Windenaufbau und Überprüfung: Fehler in Seilführung

Es ist schon vorgekommen, dass z.B. die Lenkrollen ausgelassen wurden und dass das erst nach dem Ausziehen bemerkt wurde.

Lösungsmöglichkeiten:

  • Kappen (kurze Schleppstrecke, viel Seil auf Trommel)
  • Seil ganz herausziehen (lange Schleppstrecke, wenig Seil auf Trommel)

Mit falsch eingefädeltem Seil nicht schleppen!

Windenaufbau und Überprüfung: Seilführung

  • Bei loser Wicklung besteht Überwurfgefahr
  • Langsam ausziehen
  • Ggf. die ersten Meter von Hand ausziehen

Windenaufbau und Überprüfung: Blinkleuchte

  • Funktion prüfen

Windenaufbau und Überprüfung: Kappprobe

  • Seilrest mit Spleissstelle verwenden

Probekappung - Kontroverse

  • Verschleiss
  • WF-Bestimmungen 2.5: "Die Kappvorrichtung ist auf Gängigkeit, Sauberkeit und Schnittfähigkeit zu überprüfen."
  • Prüfungsfrage "Wie prüft man eine Kappvorrichtung?" Richtige Antwort: "Durch optische und Funktionskontrolle nach Herstellerangabe."
  • Prüfungsfrage falsche Antworten: "... Probekappung .."
  • Betriebsanleitung einiger Winden (u.a. Felix): 4. Aufbau... "Probekappung durchführen"

Windenaufbau und Überprüfung: Windenkladde

  • Aufbau und Startzeit dokumentieren

Windenaufbau und Überprüfung: Sprechprobe

  • Zur Startstelle
  • Zum Lepo

Windenaufbau und Überprüfung: 1. Seil ausziehen

  • Bei Unsicherheit über Seillänge:
  • Funkverbindung zum Lepo halten
  • Trommel beobachten

Seil ausziehen

  • Seile gerade ausziehen
  • Gleichmäßig fahren
  • Sollbruchstelle am Lepo verwenden (Maurerschnur 450N - 750N)

Windenabbau

  • Beschädigungen und Auffälligkeiten dokumentieren (Kladde)
  • Ggf. Zuständige benachrichtigen
  • Ggf. Eintrag im Schlepp-Plan

Windenabbau

  • Kappvorrichtung entspannen
  • Schleppseil fixieren
  • Bremsen lösen (am Abstellort)
  • Funkgeräte aufladen

Betrieb und Verhalten in besonderen Fällen

Zugkrafteinstellung

Gleitschirm:Körpergewicht
Drachen:Körpergewicht + 10kg
Tandem:max 130kg

Bei Anmeldung eines HG zum Start muss klar sein, was gemeint ist. Körpergewicht oder Zugkraft. Im Schleppgelände Altes Lager hat sich die Zugkraft eingebürgert und dies wird auch so benannt (meistens).

Vor dem Start

  • WF: Das Seil mit dem eingehängten Piloten niemals anbremsen/feststellen
  • SL: Piloten nie in das Nicht-Betriebsseil einhängen
  • Fixseil!

Start

  • Bei Gefahr oder Startabbruch: mehrmals "Halt Stopp, Halt Stopp"
  • Der Windenführer bricht situationsbedingt ab
  • Startleiter beobachtet den Schlepp bis zum Ausklinken

Abbruch

  • Bei Sackflug < 50m: Pilot kontrolliert absetzen
  • Bei Lockout: kappen
  • Sonst: Zug vollständig reduzieren
  • dabei Zug kontrolliert zurücknehmen (reduziert das Pendeln)

Sicherheitsstart

  • Bis zum Erreichen der Sicherheitshöhe nicht mit voller Zugkraft schleppen
  • Sicherheitshöhe ca. 50m
  • GS: Die Höhe ab der das Fluggerät vollständig durchpendeln kann ohne dass der Pilot den Boden berührt

Seilriss / Sollbruchstellenbruch

  • Kann jederzeit vorkommen
  • Sicherheitsstart durchführen
  • Trommel abbremsen, um Überwürfe zu verhindern

Sicherheitshöhe

Sicherheitshöhe

Sicherheitshöhe

Tandemstart

  • Stolpergefahr bei langen Startläufen
  • Tandem schnell vom Boden wegziehen
  • Trotzdem Sicherheitsstart durchführen

HG-Start

  • Kurzer Startlauf
  • Flexi: Nur durch Gewichtskraft steuerbar
  • Starr: Aerodynamisch steuerbar

HG-Start

  • Vor Start absprechen, ob Pilot Beinzeichen zum Umklinken gibt
  • Startleiter gibt Beinzeichen durch ("Pilot will klinken")
  • Zug nachlassen
  • Startleiter bestätigt Klinken ("Pilot hat geklinkt")

Klinkendefekt

  • Klinkendefekt oder Pilot klinkt nicht
  • Kappen, wenn Pilot die Winde überfliegt

Start und Ground-Handling

  • Ground-Handling am Start unterbinden
  • Startendes Gerät muss eindeutig erkennbar sein
  • Gilt auch für hinter dem Start geparkte HGs

Start und Ground-Handling

Foto: via Ronny

Windendefekt

  • Ursache: Tank leer, Motorschaden. Tankanzeige beachten!
  • Besonders in Startphase gefährlich
  • Pilot soll nach Verweilzeit von 3-4 Sekunden ausklinken
  • Kappen, wenn Pilot die Winde überfliegt
  • Verweilzeit regelt Ende des Schlepps
  • Defekt kann zusätzlich durch Ein- und Ausschalten der Rundumleuchte signalisiert werden
  • Nach Verweilzeit Schlepp nicht wieder aufnehmen

Fehlklinkung / Sollbruchstellenriss

  • Fehlklinkung: Meist bei HG beim Umklinken
  • Seilfallschirm noch am Seil
  • Seil einziehen

Pumpen

  • Aufschaukeln um die Querachse
  • Kann in thermischen/böigen Verhältnissen auftreten
  • Automatische Zugkraftregelung manchmal ungenügend
  • Zugkraft reduzieren
  • (Zugkrafteinstellung erhöhen, händisch regeln)
  • Maßgeblich ist die Fluglage des Fluggeräts

Gieren (HG)

  • Aufschaukeln um die Hochachse
  • Kann bei HG durch Überkompensation verstärkt werden
  • Zugkraft reduzieren, ggf. vollständig
  • Lockoutgefahr

Lockout

  • Nicht rücksteuerbares seitliches Ausbrechen
  • Kinderdrachen-Effekt
  • Hauptsächlich HG betroffen
  • Kann extrem schnell eintreten
  • Bei Gieren frühzeitig Zugkraft reduzieren
  • Bei Lockout: Schleppseil kappen!

Seitliches Ausbrechen bei GS-Schlepp

  • Normalerweise rücksteuerbar
  • Häufige Ursache: Pilot bastelt an irgendwas
  • Zugkraft wegnehmen
  • Bei mehr als 80°: Kappen!

Tuck / Gerätebruch (HG)

  • Vorwärtsüberschlag
  • Kappen!

Sackflug (HG)

  • Auf Sicherheitshöhe schleppen
  • HG nicht mehr steuerbar
  • Zugkraft zurücknehmen, Schlepp beenden

Sackflug (GS)

  • Schirm hängt weit hinten, große Fläche sichtbar
  • GS nicht mehr steuerbar (Stallgefahr, Trudeln)
  • Unterhalb Sicherheitshöhe gefühlvoll absetzen, Pendeln verhindern
  • In Bodennähe nicht Kappen!
  • Kein Start, wenn Schirm nicht über dem Piloten
  • In größerer Höhe kappen, damit Schirm anfahren kann

Kavalierstart

  • Pilot fliegt vor Startlauf
  • Meist Fehlverhalten des WF
  • Manchmal durch lauffaule Piloten oder Böen verursacht
  • Gefahr von Seilriss/Sollbruchstellenbruch in niedriger Höhe
  • Zugkraft dosiert zurücknehmen

Rettungsöffnung

  • In Startphase Schlepp abbrechen
  • Vorgehen wie bei Sackflug

Schleppseil fällt über eine Hochspannungsleitung

  • Telefonnummer des E-Werks in Alarmplan / an der Winde notieren
  • WF bleibt auf Winde sitzen
  • Kappen nur mit isoliertem Hebel
  • Personen im Nahbereich sollen diesen hüpfend verlassen

Pilot nicht eingehängt

  • Dosiert landen
  • Zugkraft nicht abrupt wegnehmen

Seil blockiert beim Stufenschlepp

  • Pilot sofort warnen
  • Frühzeitig kappen

Annäherung anderer Luftfahrzeuge

  • Pilot muss klinken (FBO)
  • Bei Gefahr kappen

Einflug in Wolken

  • Nach Sichtflugregeln verboten
  • Schlepp beenden

Abtrommeln des Schleppseils

  • Bei Starkwind gibt stationäre Winde Seil aus
  • Pilot warnen (Funk)
  • Auskuppeln (Zugkraft < 20N für Pilot spürbar)

Verhalten auf Flugplätzen

Flugplätze

  1. Flughäfen, kontrollierte Flugplätze
  2. Verkehrslandeplätze (VLP)
  3. Sonderlandeplätze (SLP)
  4. Segelfluggelände

Flugplätze

  • SLP haben keine Betriebspflicht
  • VLP ohne Luftraum D sind nicht kontrolliert
  • PPR: Prior Permission Required
  • Betrieb ggf. nur innerhalb der Betriebszeiten erlaubt

Flugplatzanlage

  • Besteht aus Vorfeld und Rollfeld
  • Start- und Landebahnen gehören zum Rollfeld
  • Flugleitung im Turm (Kennzeichnung schwarzes "C" und gelbe Tafel
  • Zum Flugplatzverkehr gehören LFZ in der Platzrunde und auf dem Rollfeld

Flugplatz

Rollwege / Taxiways

  • Landende LFZ dürfen auf zugewiesener Rollbahn ohne Halt abrollen
  • Startende LFZ müssen an Rollhalt anhalten und Meldung "... abflugbereit" absetzen

Start- und Landebahnen

  • Kennzeichnung nach Gradzahl in Start- Landerichtung geteilt durch 10
  • Beispiel 90°: Kennzeichnung 09, Start bei Ostwind. Kennzeichnung 27 in Gegenrichtung
  • Start jeweils an der Schwelle

Platzrunde

Platzrunde

  • Üblicherweise Linksplatzrunde
  • Ggf. getrennte Platzrunden für unterschiedliche LFZ

Startstellen

  • Zusätzlich zu Start- und Landebahn
  • Für HG- oder GS-Windenschlepp
  • Genehmigungspflichtig
  • Startleitung erforderlich
  • UL-Schlepp auf regulärer Start- und Landebahn

Verhalten

  • Betreten des Flugfeldes ist für Unbefugte untersagt
  • LFZ haben Vorrang
  • Querung von Start- und Landebahnen ist bei Flugleitung anzumelden
  • Schleppbetrieb muss bei Flugleitung angemeldet werden
  • Ausschließlicher Windenschleppbetrieb kann mit Zulassung ohne Flugleitung erfolgen (Altes Lager: ja)

Flugleitung

  • Leitet nicht den Flug
  • Sorgt für betriebssicheren Zustand des Flugplatzes
  • Legt Start- und Landebahn fest (Hausrecht)
  • Alarmiert bei Unfällen die Rettungsleitstelle
  • Betriebsstart und -ende des Schleppbetriebs bei Leitung melden

Alarmplan Altes Lager

Koordinaten (WGS 84): 51° 59’ 46’’ N 12° 59’ 02’’ E
Dezimal : 51° 59,77’ N 12° 59,03’ E
Anschrift: Zum Vorwerk 1, 14913 Niedergörsdorf, OT Altes Lager

Alarmplan Altes Lager

Rufnummern für Sofortmaßnahmen:

Feuerwehr / Rettungsleitstelle 112
Polizei Notruf 110
RCC Münster Notruf (Rescue Coordination Center), Anforderung SAR Hubschrauber0251-13 5757,0251-13 5758
Giftnotruf 030-19240
DRK Krankenhaus, Saarstraße 1, Luckenwalde 03371-699-0,Rettungsstelle: 03371-699-300
DRK Rettungswache, Waldauer Weg 11a, Jüterbog 03372 - 43 24 64
Polizeiwache, Am Markt 25-27, Luckenwalde 03371-600-0
Deutsche Flugsicherung (DFS), Bremen 0421-5372-0
DFS Flughafen Schönefeld Tower 030-616 543 190
Flugwetterdienst LBZ Ost Berlin 0900 1077 222

Versicherungen

Kostenlose Versicherungen für DHV-Mitglieder

Kostenpflichtige Zusatzversicherungen

"Diese 'Zusatzversicherung für Personenschäden der Insassen des geschleppten Luftsportgerätes' deckt Personenschäden bis zu 500.000 €, bzw. 1 Mio. € durch den Versicherer HDI ab. Mitversichert ist auch die gesetzliche Haftpflicht der sonstigen mit dem Windenbetrieb beauftragten Personen (Startleiter, Windenführer, Starthelfer, Rückholer)."

Kostenlose Versicherungen für DHV-Mitgliedsvereine

  • Vereins-Haftpflicht
  • Veranstalter-Haftpflicht (auch Vereinswettbewerbe)
  • Boden-Unfallversicherung für Startleiter

Kein Versicherungsschutz besteht, wenn

  • die Schleppwinde nicht zugelassen ist (Nachprüfung!)
  • der Windenführer nicht befugt ist
  • eine zum Windenschlepp vorgeschriebene Erlaubnis fehlt

Kein Versicherungsschutz für Schäden am geschleppten Luftsportgerät und für Sachschäden der Insassen

Autor: Tobias Grundmann

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